Derek Hardie wurde 1956 in Edingburgh geboren und wie jeder Inseleuropäer ist auch Derek Fußballfan. Sein Herz schlägt für die Hearts of Midlothian und bereits damit ist er schon dem Klischee entsprungen, der ihm aus der Sicht des Normaleuropäers eigentlich einen Platz auf den Rängen bei Celtic oder den Rangers aus Glasgow zuweisen würde. Doch weder die Ränge noch das Klischee sind Dereks Sache. Mehr noch als im Lebensstil des konsequenten Menschen und Künstlers äußert sich dies in seiner Musik.

Schritt für Schritt gelang ihm der Aufbau eines eigenen musikalischen Standings. Als hervorragender Gitarrist, der er ist, wurde ihm von seinen Mitmusikern bescheinigt, „zwei (f)linke Hände“ zu besitzen. Diese kreativ und mit unglaublicher Ästhetik ausgestatteten Fingern erlauben dem Künstler einer außergewöhnliche hörenswerte Melange aus Rock, Country, Folk und Pop zu produzieren, die höchste Erwartung erfüllt. Man sollte allerdings nicht den Fehler machen, Derek zu hören und ihn sofort in eine Schublade stecken zu wollen. Hardie selber zu diesem Thema: „Es gibt keine schlechte Musikrichtung, deshalb will ich mich auch nicht in ein Schema pressen lassen“. Begonnen hatte das Multitalent seine professionelle Karriere einst in Dundee, wo er sich der Beatles Revival Band „Ringer“ anschloß. Sehr bald hatte diese Formation einen solchen Erfolg, dass sie durch ganz Großbrittannien tourte und mit eigenen Plattenaufnahmen von sich reden machte. Sogar in New York wurde man auf die Jungs aufmerksam. Nach einem kurzen Aufenthalt über dem Teich kehrte die Band jedoch schnell in die alte Welt zurück und tourte 1983 durch Deutschland. Genau in dieser Zeit fiel ein entscheidender Wendepunkt in Derek Hardies Leben. Nach der Tour verließ er die Band und blieb in Deutschland, übrigens bis zum heutigen Tag.

Seine Karriere verlief aber auch ohne „Ringer“ erfolgreich weiter. 1984 gründete er die Combo „Olivers Army“, die über lange Jahre in der ersten Liga der deutschen Unterhaltungsmusik mitmischen sollte. Mit tanzbaren und eingängigen Sounds eroberten sie bald die Herzen ungezählter Fans. Durch ihre zahlreichen Konzertauftritte erreichten sie überdies sehr bald auch ein großes und überregionales Publikum. Als Vorgruppe von „Geier Sturzflug“ brillierten sie ebenso, wie bei ihren mehrmaligen gemeinsamen Auftritten mit der „Münchener Freiheit“ oder „Relax“. Auch Reinhard Fendrich wusste die „klasse Mucke“ von „Olivers Army“ zu schätzen und engagierte sie als Vorband auf seinem legendären ´85er Open-Air in Bayreuth.

Doch Derek Hardie ist ein Künstler, wie man sie heute nicht mehr so oft findet. Anstatt beruhigt im Erfolg zu verharren, kratzte die Kreativität schon wieder an Dereks Kopf und forderte nach Neuem.

Country im Blut, Pop in der Seele und Rock ´n Roll als Lebenseinstellung, das war die ideale Mischung, um 1992 der Frontman der Hofer „Country Boys“ zu werden. Damit hatte Derek Hardie das nächste Kapitel seiner so erfolgreichen Karriere aufgeschlagen. Die „Country Boys“ machten sich einen Namen als Anheizer der großen deutschen Country Festivals (Geiselwind, Schleusingen, etc.) und brachten die Western Boys der Republik zum Kochen. Die ganz großen der Szene von „Tom Astor“ und „Truck Stop“ bis zu „Gunter Gabriel“ traten gerne nach den „Country Boys“ auf.

Seit der Trennung von den „Country Boys“ (Sommer 1996) fuhr der schier unermüdliche Musiker zunächst zweigleisig. Zu einen trat er als Acoustic-Duo mit dem Steeler und Banjospieler Tobby auf, zum anderen begeisterte er seine inzwischen sehr große Fangemeinde mit der Derek Hardie Band.

Ihn akustisch, also unplugged, zu erleben, bedeutet zu erfahren, welche große Musikalität in dem Mann mit der Halbglatze und dem liebenswerten Auftreten steckt. Bei Auftritten mit seiner Band offenbart sich der ganze Drive, den ein Vollblut-Rock´n´Roller und Country-Outlaw wie Derek einer ist, besitzen muß, um dort zu stehen, wo er sich jetzt befindet.

Mit seiner Maxi-CD „Johnny Boy“, die er in 1996 auf den Markt brachte, hatte er einen durchschlagenden Erfolg und als Belohnung die Resonanz, die dem perfekten Country-Melody Mainstreamsongs angemessen waren.

„Johnny Boy“, die Single-Auskopplung aus dieser Maxi-CD landete in den Country-Charts von Antenne Brandenburg auf Platz 3. Der Country-Circle, eine der führenden Fachzeitschriften der Country-Scene, attestierte den Songs der CD, sie seien „äußerst gelungen und hörenswert“.

Derek Hardie, der übrigens neben Sologitarre ausgezeichnet Fiddle und Mandoline spielt, komponiert seine Songs als Solo-Künstler alle selber.

Freuen wir uns also auf das Kreativpotential eines Künstlers, für den in jeder Sekunde seines Lebens das Leben neu beginnt. Dies in Musik auszudrücken und herüberzubringen ist ein Verdienst und Können.

Derek Hardie auf Konzert beim Gottsmansgrüner

Derek Hardie im Brauhaus

Derek Hardie beim Hinterhofkonzert